16. November 2024
Warme Hände & Füsse
Spätestens wenn die Temperaturen am Morgen nur noch knapp über dem Nullpunkt liegen, wird es Zeit, nicht nur die dicken Pullover aus dem Schrank zu holen, sondern auch Hände und Füsse schön warm zu halten. Und die Betonung liegt dabei natürlich auf «schön»! Zum Glück haben wir Stricker*innen da schier unendlich viele Möglichkeiten und können uns aus all den Handschuhen und Socken die für uns schönsten heraus suchen und müssen sie dann nur noch schnell, schnell stricken! Das war auch mein Plan für die Robinia Mittens von Anne Ventzel, in die ich mich auf den ersten Blick sofort verliebt habe! Zwei Nachtschichten später ist zumindest ein Handschuh fertig und damit eine Hand schön gewärmt!
Wenn in der Beschreibung eines Modells etwas von instant gratification steht, bin ich immer sofort dabei! Die Anleitung für die Crossroads Handschuhe von Trin-Annelie enthält 6 verschiedene Grössen für die jeweils Angaben für 3 verschiedene Garnstärken zu finden sind – von Fingering Garn über DK Stärke bis hin zu Worsted (LANG Yak oder eben wieder Alpakka Ull). Wenn man da die kleinen Handschuhe mit dicker Wolle strickt, ist man auf jeden Fall ganz schnell fertig! Und auch die Erwachsenengrösse ist ziemlich schnell gestrickt. Dabei ist dieses Modell mit dem Strukturmuster kein bisschen langweilig! Das könnte doch ein gutes Modell für die Weihnachtsgeschenke-Produktion sein?
Das neue Truudi Set von rosa p enhält gleich mehrere Accessoires, uns interessieren heute natürlich vor allem die Handschuhe! Diese können mit offenem oder geschlossenem Daumen gestrickt und optional mit einer Klappe versehen werden, sodass die Finger kurz freigelegt und ganz einfach wieder eingepackt werden können.
Um von Hand bis Fuss nicht zu frieren, braucht es natürlich nicht nur warme Handschuhe, sondern unbedingt auch Wollsocken. Es gibt einfach nichts Besseres! Wann immer ich in der kalten Jahreszeit mal meine Wollsocken nicht trage, hab ich sofort kalte Füsse und bin erstaunt, was für einen riesigen Unterschied sie machen. Natürlich muss man keine aufwändigen Mustersocken stricken um warme Füsse zu haben – jedes schlichte Basismodell tut seinen Dienst! Aber wenn es etwas verspielter sein darf, kommen hier drei neue Sockenmodelle: Mit dabei ist natürlich das neuste Design von Charlotte Stone, die Under the Quilt Socks, die an das Muster eines genähten Quilts erinnern. Die hübschen Sterne werden über den ganzen Fuss verteilt gestrickt, man strickt aber maximal mit zwei Farben und es gibt keine langen Spannfäden, um die man sich kümmern müsste. Mit dem schon fast grafischen Muster sind die Under the Quilt Socks eines der eher wenig verspielten Designs von Charlotte, es gäbe da passend zur Jahreszeit auch noch die Cup of Hot Cocoa Socks oder die Christmas Pudding Socks. All die Modelle können aus einer Basic-Sockenwolle wie Jawoll oder Fabel gestrickt werden, wenn es etwas besonders werden soll, kann man diese auch mit einem Garn wie Regia Premium Merino Yak (leicht meliert) oder einer handgefärbten Sockenwolle wie Twist Light kombinieren. Wer hier im Blog schon eine Weile mitliest, erinnert sich vielleicht an meine jährlichen Weihnachtssocken, die ich immer für eine Freundin stricke. Grau sollen sie sein, aber da das die Strickfreude nicht gerade ins Unermessliche steigen lässt, erlaube ich mir da zusätzlich dann jeweils ein kleines Muster – das könnte dieses Jahr zum Beispiel ein Zopfmuster sein! Da ich wie immer erst erschreckend kurz vor Weihnachten mit dem Stricken beginnen werde, kann es nicht schaden, wenn die Socken etwas dicker und damit schneller gestrickt sind, so wie die Zola Socken von Paula m. Hier kann einem 4-fädigen Sockengarn wie Merida einfach noch ein Beilauffaden (wie Piura, beides von Lamana) beigefügt werden. Oder man greift direkt zu einem etwas dickeren Garn wie der Alpaca Soxx 6-fach. Diese Socken werden übrigens von der Spitze aus nach oben gestrickt (also toe-up!). Klassisch von oben nach unten arbeitet man das Modell Old Rose Socks von Lisa Hannes. Hier ergeben zwei parallellaufende Zöpfe jeweils ein hübsches, an Rosenknospen erinnerndes Muster – richtig hübsch und natürlich perfekt passend zur Farbe der Socken! Was wenig erstaunt, denn diese Farbe wurde von der Designerin in Zusammenarbeit mit Malabrigo entwickelt. Gestrickt wird hier mit Ultimate Sock, dem Sockengarn von Malabrigo mit einem Kunstfaseranteil (die Malabrigo Sock empfehlen wir lieber für Accessoires als für Socken!).
Und zu guter Letzt kann man mit dem Olive’s
Christmas Stocking dann sogar beides haben: zweifarbiges Stricken und Filzen! Die
Anleitung enthält verschiedene Muster (und Buchstaben zum Aufsticken) zur Individualisierung,
ein sehr hübsches Detail sind auch die gefilzten Ohren und das Geweih. Der I-Cord
Bändel zur Aufhängung wird ebenfalls gefilzt.
Beim Zusammensuchen dieser Strümpfe habe ich mich gefragt, woher die Tradition der am Kamin hängenden Strümpfe überhaupt kommt. Wie so oft scheint das nicht ganz eindeutig zu klären zu sein, aber vermutlich geht auch diese Tradition auf die Legende des Heiligen St. Nikolaus zurück, der als helfende Geste Münzen durch das Kamin einer armen Familie warf, welche dann in die Strümpfe fielen, die am Feuer zum Trocknen hingen. In der Hoffnung auf Gaben vom Nikolaus wurden also die Socken von den Kindern am Kamin aufgehängt – wobei das keine speziell verzierten Weihnachtsstrümpfe sein mussten, wie wir sie hier angeschaut haben… Und da wir heute zwar einfach an Weihnachtsstrümpfe kommen, aber längst nicht jede Wohnung über einen passenden Kamin zum Aufhängen verfügt, hängen die Christmas Stockings auch einfach an Treppengeländern oder Fenstern.
Der Pullover Suzukaze ist ein luftiges Modell mit halblangen Ärmeln und einem gleichmässigen wabenförmigen Lacemuster. Natürlich könnt ihr die Ärmel auch etwas länger stricken, rechnet dann zur Sicherheit je einen Knäuel bzw. eine Kone mehr. Gestrickt wird der Pullover von oben nach unten, dabei bilden die Raglanzunahmen einen schönen Kontrast zu dem luftigen Teil des Pullovers. Aus der gleichen Garnkombi wird Candelaria von Teti Lutsak gestrickt – und wirkt trotzdem ganz anders! Candelaria trägt Tetis unverkennbare Handschrift mit spannenden Konstruktionen und aufwändigen Mustern. Im Original wird als Grundfarbe die Kinu/Sensai Kombination gewählt und für das Einstrickmuster ein Fingering Garn einfädig verstrickt – natürlich könnt ihr aber auch da die gleiche Garnkombi verwenden. Wenn es euch jetzt beim Betrachten dieser leichten Pullover etwas gefröstelt hat, werdet ihr euch über das dritte Modell freuen: Boreas ist nämlich ein dicker, warmer Pullover – der dank des V-Ausschnitts aber trotzdem nicht zu wuchtig wirkt. Das Modell ist locker geschnitten und hat ein aufwändiges und effektvolles Zopfmuster. Gestrickt wird es aus Lamauld von CaMaRose. Davon kommt nächste Woche nochmal etwas Nachschub bei uns an und vielleicht wird ja dann zeitgleich auch die deutsche Übersetzung von Boreas veröffentlicht?