22. Februar 2025
Frühlingsboten aus dem Norden
Nachdem wir letzte Woche in blumigen Modelle geschwelgt haben, zeigen wir euch heute etwas schlichtere Modelle für den Frühling – die aber durch den Einsatz von knalligen Farben kein bisschen langweilig sind! Gerade wurden von Sandnes die neuen Farbtöne der sommerlichen Garne wie Line, Tynn Line und Tykk Line vorgestellt und obwohl die warmen Erdtöne, die wir so gerne mochten, (noch) nicht in die Farbpalette zurückkehren, sind wir dieses Mal doch sehr angetan von den neuen Farben: Die Farbe matcha, die im Herbst und Winter schon sehr beliebt war, kommt wie erwartet jetzt auch bei den Sommergarnen zum Zug und wird noch ergänzt durch die beiden helleren, frischeren Grüntöne bright lime und lime punch. Bei Line gibt es auch für alle Fans der Farbe Blau drei neue Farben und als Kontrast dann ein knalliges Rot, einen dunklen Bordeaux-Ton und ein helles Gelb, das wir ebenfalls schon von anderen Garnen kennen.
Damit ihr die Farben bei uns im Laden live anschauen oder sie im Shop ohne lange Wartezeit bestellen könnt, werden sie ab nächster Woche bei uns an Lager sein!
Kleiner Exkurs: Schultervarianten
Wenn ihr euch die
Beschreibungstexte zu den beiden Harper-Modellen durchlest, trefft ihr
dort auf den Begriff der Europäischen Schulter. Vielleicht ist euch dieser
Ausdruck noch nicht geläufig? Bei einer solchen Schulterkonstruktion verläuft
die Schulternaht schräg nach hinten statt gerade über die Schulter. Man beginnt
das Strickstück, indem man Maschen am Nacken anschlägt und dann auf beiden
Seiten Zunahmen strickt. So entsteht eine Art Trapez. Wenn man die benötigte
Breite erreicht hat, strickt man ohne Zunahmen weiter in Reihen bis zum Ende
des Armlochs und legt dann die Rückenmaschen still. Für das Vorderteil werden
aus beiden Schultern separat Maschen aufgenommen und am Ende des Ausschnitts
zusammengefügt (falls man einen Pullover strickt) bzw. einzeln mit dem
Rückenmaschen auf eine Nadel gelegt, wenn eine Strickjacke gestrickt wird. Bei
der europäischen Schulter ist von vorne keine Konstruktion erkennbar, von
hinten sieht man die dekorative Kante, aus der die Maschen des Vorderteils
aufgenommen werden. Wer Raglan-Konstruktionen nicht so gerne mag (oder einfach
Lust auf eine neue Variante hat), ist mit dieser Schulterlösung sicher gut
bedient.
Die beiden Pullover von Sandnes (ganz links und ganz rechts) haben ebenfalls europäische Schultern. Der Daimi Pullover von Knitting for Olive hingegen hat eine Sattelschulter-Konstruktion, bei der es sowohl auf dem Vorder- als auch auf dem Rückteil eine sichtbare Linie mit Zunahmen gibt.
Die gezeigten Pullover werden vor allem durch die Farben zu Frühlingspullovern – natürlich kann man sie aber rund ums Jahr tragen. Alle drei werden aus einem dünnen Merinofaden (Sunday bzw. Merino von Knitting for Olive) und einem Mohair-Seide-Garn (Tynn Silk Mohair bzw. Soft Silk Mohair) gestrickt – eine Kombi, die schon seit einer Weile zu den ganz grossen Favoriten gehört. Ganz allgemein (nicht jedoch in den Stricksets!) könnt ihr diese Kombinationen nach Belieben austauschen, wobei anzumerken ist, dass Tynn Silk Mohair etwas langhaariger und voluminöser ist, Soft Silk Mohair etwas feiner und für empfindliche Personen besser verträglich. Mit beiden erhaltet ihr jedoch in Kombination mit einem der Fingering- Merinogarne eine Maschenprobe, die einem DK Garn entspricht.
Bei den flauschigen Kurzarmpullovern gehen die Meinungen ein bisschen auseinander: während die einen sie gerne über einem langärmligen Shirt oder gar einer Bluse tragen, finden die anderen die Kombination aus eher dicken Gestrick und kurzen Ärmeln ziemlich unpraktisch. Grundsätzlich scheinen die Mohair-Shirt aber durchaus beliebt zu sein, denn die Anleitungen für diese Modelle aus der neuen Sandnes Kollektion sind bei unserem Lieferanten gerade ausverkauft. Wenn ihr euch also das Ivy Tee auf dem Bild ganz links nachstricken möchtet, müsst ihr euch ein paar Tage länger gedulden als sonst. Dafür bekommt ihr dann ei extraflauschiges Shirt. Achtung: wer bei Mohairgarnen eher empfindlich ist, für den ist die hier verstrickte Ballerina Chunky Mohair ist nicht die richtige Wahl! Alternativ gibt es das Modell auch aus der oben schon gelobten Kombination aus Sunday und Tynn Silk Mohair. Und weil ihr aber auf diese Anleitung ebenfalls ein bisschen warten müsstet, gibt es gleich noch eine Alternative von Knitting for Olive dazu: das Carlie Tee ist etwas köpernäher geschnitten und vielleicht nicht ganz so modisch, dadurch auch unter einer Strickjacke oder einem Blazer tragbar. Und bestimmt fällt euch auch gleich die schöne Sattelschulter auf! Das zarte Mollie Tee (gestrickt aus 2 Fäden Soft Silk Mohair) hingegen hat wieder eine Schulterkonstruktion, die am Rücken begonnen wird, mit verkürzten Reihen geformt und dann Maschen aus den Kanten für die Schulter aufgenommen.
Die Zeit der kleinen Tüchlein ist noch lange nicht vorbei, dabei
muss es aber nicht immer der Sophie Scarf sein. Wenn ihr es ein bisschen aufwändiger
und verspielter mögt, gefällt euch vielleicht der Vita Scarf von
Lene Holme Samsøe. Gestrickt wird das Lacemuster-Tüchlein von der Spitze her, wenn
ihr mit 2 Knäueln Cashmere Premium (oder Cashmere Classic) arbeitet, wird es ca
23 cm hoch (und 75 cm lang). Ein bisschen voluminöser wird es, wenn man
zweifädig strickt und ein Flauschgarn mitlaufen lässt, eine schöne Kombi, die man
alternativ zu den üblichen Verdächtigen (siehe oben) verwenden kann, ist Baby Alpaca von Lang zusammen mit Lace.
Statt mit einem hübschen Tüchlein lässt sich der Hals auch mit
einem üppigen Kragen schmücken – einen besonders schönen hat die Klara Blouse
von Marias verden. Der Pullover wird zweifädig aus Sunday und Tynn Silk Mohair gestrickt, den Kragen mit den geschwungenen Kanten arbeitet man separat und kann ihn dann auch einzeln tragen. Achtung: die Anleitung gibt es nicht auf Ravelry, ihr könnt
sie direkt bei der Designerin kaufen (aktuell auf Englisch oder Norwegisch).
Der Beats Sweater von Lene Rix alias odd_row ist ein Modell, das Eindruck macht! Das grafische Einstrickmuster verziert den ganzen Pullover und kommt auch dann gut zur Geltung, wenn man den Pullover aus einem Tweed Garn strickt. Das abgebildete Modell wurde aus Donegal von Lang in Kombination mit Lace gestrickt. Wer lieber nicht mit zwei (bzw ingesamt dann 4 ) Fäden stricken will, kann die Variante mit Yak oder
Lamauld (beide ohne den Tweed-Effekt) wählen. Auch Lamatweed von CaMaRose passt.