Die passende Wolle für jedes Projekt!
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11. April 2026

Sommertasche


Wenn der Frühling kommt und ich statt dicker Jeans auch mal einen luftigen Rock trage, tausche ich meine Lieblingstaschen aus Leder oder dickem Canvas gerne mal gegen sommerliche Modelle aus. Und am allerliebsten natürlich gegen selbstgemachte Modelle, von denen ich dank meiner lieben Teamkollegin das eine oder andere im Schrank (bzw. an meiner vollbeladenen Taschen-Türklinke 😉) hängen habe. Vor zwei Jahren gab’s schon mal einen Blogbeitrag rund um gestrickte und gehäkelte Taschen und all diese Modelle sind natürlich noch immer aktuell (einzig das Baumwollgarn Catania, das wir euch damals empfohlen haben, müsstet ihr mittlerweile durch die Basic Cotton ersetzen). Heute gibt’s ein kleines Update mit weiteren Modellen, denn die Auswahl ist mittlerweile noch grösser geworden!

Woraus stricken und häkeln wir unsere Taschen? Auch wenn wir es sonst am liebsten kuschelig weich mögen, für Taschen greifen wir lieber zu festen, etwas steifen Garnen, deren Haptik vielleicht keine Begeisterungsstürme auslöst, die aber für langlebige Begleiter sorgen. Im Sommer eignen sich dafür neben Baumwoll- oder Leinengarne auch Raffia-Garne. Wobei: die Garne, die wir auf Knäueln oder Konen erhalten, sind eigentlich gar keine echten Raffiagarne, denn diese wären viel weniger gleichmässig und glatt. Statt aus den Blättern der Raphia-Palme stellt man diese Garne aus Zellulose aus Holz her. Aus dieser wird ein dünnes, reissfestes Papier hergestellt, das man dann in lange, schmale Bänder schneidet und so das Raffia-ähnliche Garn erhält. Auf diese Art entsteht z.B. Papyrus von Kremke oder Eco Vita Raffia von DMC.
Aus diesen Garnen enstehen formastabile, aber leichte Stücke - ideal also für Taschen! Aber man muss auch dazu sagen: das Verarbeiten ist nicht immer nur ein Vergnügen und es empfiehlt sich, nicht allzu lange an diesen Projekten zu häkeln und sie immer wieder ein bisschen auf die Seite zu legen um den Händen etwas Erholung zu gönnen. Zum Glück haben die meisten von uns ja sowieso immer mehrere Projekte in Arbeit und beim Stricken eines weichen Cashmere-Garns können sich Haut und Hände dann bestimmt wieder erholen! 


Siena Bag von Paula m
deutsche Anleitung via Ravelry
kann aus DROPS Paris oder Kremke Papyrus gehäkelt werden

© Foto: Paula m


Chloé Dupe Bag von MrsFunnyValentine 
deutsche Anleitung via Ravelry 
wird aus Kremke Papyrus gehäkelt

© Foto: MrsFunnyValentine

Salutorget Bag von Sari Nordlund
engische Anleitung via Ravelry 
kann aus LANG Crealino gestrickt werden

© Foto: Sari Nordlund


Wir haben euch zu den hier gezeigten Taschen jeweils Garnvorschläge notiert, aber das Gute an diesen Projekten ist: ihr seid bei der Wahl des Garns ziemlich frei, zumindest was die Dicke angeht. Beim Aussuchen des Materials hingegen muss man daran denken, dass bei weicheren, weniger formstabilen Garne dann natürlich auch die Tasche leichter aus der Form gerät und sich gerade auch die Bändel beim Tragen ausdehnen können. Wählt ihr also ein Garn wie Line oder Belle aus (was durchaus möglich ist!), könnt ihr entweder die Bändel mit einer sehr kleinen Nadelstärke stricken, die Wolle dort doppelt verarbeiten oder einfach gleich einen Lederbändel verwenden. Auch ein eingenähtes Futter kann dafür sorgen, dass eure Tasche besser in Form bleibt und bei eher luftig gearbeiteten Modellen ausserdem verhindern, dass kleinere Sachen sich einen Weg aus der Tasche suchen und verloren gehen... 


Bolsa Bag von Paula Narkiniemi 
englische Anleitung via Ravelry
kann aus ITO Gima (3-fädig) gestrickt werden

© Foto: Paula Narkiniemi
Breeze Bag von PetiteKnit
deutsche Anleitung via Ravelry oder Shop
kann aus DROPS Bomull-Lin gestrickt werden

© Foto: PetiteKnit

Saladan Bag von Paula m
deutsche Anleitung via Ravelry 
kann aus DROPS Paris oder einem Raffiagarn gehäkelt werden 

© Foto: Paula m

Bezüglich Weichheit und Stabilität zwischen den Papiergarnen und den weichen Leinenmischungen liegen reine Leinengarne oder Baumwollgarne. Das Leinengarn Crealino gibt's in superschönen Farben und wir lieben seinen leichten Glanz - für Kleidungsstücke ist es den meisten von uns dann aber doch ein bisschen zu widerspenstig (obwohl man es natürlich auch für luftige Tops verwenden kann - beim Waschen wird es nochmal deutlich weicher!). Auf jeden Fall ist Crealino eine richtig gute Wahl für Taschen, da es eher dünn ist, wird es dafür meistens mehrfädig verstrickt.  Für die unten abgebildete Sarang Bag verarbeitet man Crealino dreifädig und auch für die PetiteKnit-Modelle Florence Bag und Juno Bag nimmt man jeweils drei Fäden dieses Garns. 

Eine Alternative zu Leinen und Papiergarnen sind schliesslich auch noch (dicke) Baumwollgarne, wir nehmen dafür gerne Paris von DROPS oder Ica von Lamana. Die Taschen werden dann weicher und geschmeidiger (aber wenn man sie satt verarbeitet, haben sie trotzdem einen guten Stand) und ausserdem etwas schwerer als die Varianten aus Papier (das kann man z.B. bei den Angaben für die Siena Bag gut vergleichen). Und schliesslich gibt es mit Bomull-Lin von DROPS auch ein Leinen-Baumwollgarn, das sich für Taschen richtig gut eignet - es ist weniger weich als die Mischungen mit Viskose (Belle und Line), aber dafür auch formstabiler. 


Tide Loop Bag von Other Loops_
deutsche Anleitung via Ravelry 
kann aus DROPS Bomull-Lin gestrickt werden

© Foto: Other Loops_
Sarang Bag von aegyoknit 
deutsche Anleitung via Ravelry 
wird aus LANG Crealino (3-fädig) gestrickt

© Foto: aegyoknit

Julia Bag von Mochiknits
englische Anleitung via Ravelry 
wird aus LANG Crealino (3-fädig) gestrickt

© Foto: Mochiknits

Neben den gezeigten sommerlichen Taschen sieht man im Moment auch viele etwas weniger klassische Taschenmodelle, die vielleicht nicht so zeitlos sind, aber dafür für richtig viel Spass sorgen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Tasche mit Kuhmuster? (Paula Bag von Carooknits) Oder hättet ihr lieber eine Tasche in Hühnerform? (Chicken Security Purse von Frugal Knitting Haus)? Schon richtig kultig sind die Taschen von Rat and Sea Witch, allen voran die Rybka Pouch (zwar keine Umhängetasche, aber zu toll um hier zu fehlen! Etwas weniger verspielt, dafür mit ihrer Form sehr im Trend ist die scrunchie bag von Loupy Studio, für die ihr euch quer durch eure Restekiste stricken könnt.  Und wenn ihr die Optik der sommerlichen Korbtaschen zwar mögt, aber keine Lust auf ein so grosses Projekt habt, gibt es dieses Modell im Mini-Format! 

Nach all den Taschen ist es jetzt höchste Zeit für drei andere Strickideen - gesammelt auf unserer Instarunde! Die Designs von Tatjana alias ohwhata knit sind immer gradlinig, elegant und schön – das gilt auch für ihr neustes Modell, den Pinstripe Cardigan, eine Strickjacke mit V-Ausschnitt und einem breiten Rippenmuster. Das Original auf dem Insta-Foto wird mit richtig viel Mehrweite getragen, natürlich könnt ihr selber entscheiden, wie eure Jacke schnitten sein soll. Ich halte mir dafür jeweils das Massband mit den angegebenen Umfängen um Brust, Bauch und Taille und schaue, wie ich es gerne mag. Ihr könnt natürlich auch ein gutsitzendes Kleidungsstück ausmessen. Lest gerne auch nach, mit wie viel positive ease die abgebildeten Modelle getragen werden (in dem Fall hier sind es 35 cm) um zu entscheiden, wie ihr die Mehrweite gerne haben möchtet. Der Pinstripe Cardigan kann aus Sayama von Pascuali nachgestrickt werden und falls ihr Bedenken habt, dass er damit für den Frühling zu warm sein könnte: bei uns in der Familie wurde ein Sayama Pullover gerade bei fast 30 Grad in Südspanien getragen und für angenehm befunden! 
Auch die Designs von Lisa Meissner haben ihren ganz eigenen Stil, das gilt natürlich auch für ihr neustes Modell, den Colorfield Wrap. Die breite Stola wird kraus rechts gestrickt in einem Muster, das auf den ersten Blick wie herkömmliche Blockstreifen wirkt. Aber bei Lisa ists natürlich raffinierter: man strickt jeweils nur eine Reihe in einer Farbe und schiebt dann die Arbeit auf der Nadel zurück, um die Reihe nochmal in der anderen Farbe zu stricken. Das ergibt eine spannende Struktur, die fast ein bisschen an ein Webstück erinnert. Der einzige Nachteil: trotz der krausrechten Optik müssen auch linke Maschen gestrickt werden! Im Original wird der Colorfield Wrap zweifädig gestrickt (also für jede Farbe 2 Fäden), wir würden direkt zu einem Garn in Sport- oder DK-Stärke greifen und dann einfädig arbeiten. Geeignet wäre z.B. DROPS Alpaca. 
Auf meinen eigenen Nadeln ist aktuell aber leider kein Platz für diese beiden Projekte, denn dort liegt (neben so vielem anderem) seit ein paar Tagen der Malmö Zipper von lesfillesducoeur – eine Anleitung, die bei uns sehnsüchtig erwartet wurde. Die Alpakka Ull (in dunkelrot und hellblau) lag schon länger bereit, sodass ich nach der Veröffentlichung sofort loslegen konnte. Als Garnalternative ist Peer Gynt angegeben, ich habe mich in diesem Fall aber für die etwas weichere Alpacamischung entschieden. Da die Jacke eher kein ganz sommerliches Modell ist, kann ich mir mit dem Stricken jetzt Zeit lassen – und bestimmt dann doch noch das eine oder andere weitere Projekt dazwischen schieben…

Tasse leer? Das war's schon wieder. Wir wünschen euch ein wunderschönes Wochenende voller sommerlicher Vorfreude! 

Produkte aus dem Blogbeitrag: