15. August 2026
Mehr Merino
Ein auf den ersten Blick unspektakuläres Merinogarn sorgt bei uns normalerweise nur bedingt für Begeisterungsstürme – anders beim neusten Garn von Lana Grossa, das wir auf den ersten Blick geliebt haben: Mit Merino Più kommt ein sehr vielseitiges Merinogarn auf den Markt, das für uns eine Lücke im Sortiment schliesst: Es entspricht bezüglich Maschenprobe den beliebten Garnen Peer Gynt und Double Sunday von Sandnes, ist aber weicher als Peer Gynt und beständiger als Double Sunday. Und so sehr wir die beiden Garne auch mögen – ab und zu hat uns da doch eine Alternative gefehlt und hier kommt die Merino Più ins Spiel, die uns jetzt noch mehr Möglichkeiten bietet. Ob sich das Più im Namen darauf bezieht, ist allerdings nicht überliefert. Gut möglich, dass man hier eher an die extra Weichheit gedacht hat: Mit einer Faserfeinheit von 17,5 Mikron ist Merino Più nämlich superweich! Trotzdem verspricht der Hersteller, dass das Garn nicht (oder nur minim) pillen wird - da unser Projekt (der Frankie Sweater) noch auf den Nadeln liegt, fehlt uns hier noch die Langzeiterfahrung und wir hoffen einfach, dass es hält, was versprochen wird!
Übrigens ist dieses Merinogarn natürlich mulesingfrei, die Merinowolle stammt aus Südamerika (falls es euch interessiert: Lana Grossa gibt hier die Herkunft für alle Garne an).
Die auf der Banderole angegebene Maschenprobe für Merino Più liegt bei 19 Maschen auf 10 cm – aber wie wir alle wissen: das ist nur ein Richtwert und kann durch die Wahl der Nadelstärke und natürlich auch durch die individuelle Strickfestigkeit beeinflusst werden. Wir finden das Maschenbild mit 19 Maschen eher locker und würden entsprechend dazu raten, das Garn etwas fester zu verstricken: am besten gefällt es uns mit 20 Maschen auf 10 cm. So eignet es sich zum Beispiel für diese Modelle von PetiteKnit:
Welche Nadelstärke ihr braucht, um auf die passende Maschenprobe für diese Modelle zu kommen, ist wie immer ganz individuell. Wer locker strickt, benötigt für eine Maschenprobe von 20 Maschen auf 10 cm eine Nadelstärke von ca 4 mm, wer fest strickt, geht entsprechend mit der Nadelstärke hoch – am besten probiert ihr einfach aus, was für euch passt. Wie bei jedem Merinogarn würden wir auch bei der Merino Più grundsätzlich empfehlen, sie eher fest zu verstricken, damit das Strickstück seine Form besser behält. Von PetiteKnit gibt es sogar einige Modelle, bei denen die Garne mit einer Nadelstärke verstrickt werden, die deutlich unter der auf der Banderole empfohlenen liegt: beim Scarlet Cardigan z.B. verstrickt man die Double Sunday mit einer 3 mm Nadel extrem satt und erzielt so mehr Stabilität. Das könnt ihr natürlich auch mit der Merino Più machen.
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Auch die WhisperBlouse von Clarissa Schellong ist aus dem Originalmaterial Brushlight (aus Cashmere und Seide) perfekt für etwas kühlere Sommertage – die hoffentlich bald kommen! Und wenn es dann tatsächlich richtig kühl werden sollte, können wir die WhisperBlouse auch über einem langärmligen Shirt tragen. Das Top wird mit Nadelstärke 4 mm gestrickt, die weiten Flügelärmel lassen es noch luftiger und leichter wirken. Wer Mohairgarne gut verträgt, kann das Modell auch aus Premia von Lamana (zweifädig verarbeitet) stricken, als Möglichkeit gibt die Designerin noch eine Kombi aus Pinta und Manada an – das wird dann kompakter und weniger luftig, hat aber ganz bestimmt auch seinen Reiz!
Wer über den Sommer eine kleine Strickpause eingelegt hat und jetzt langsam wieder starten möchte, könnte das mit dem Mysa Shawl von Aegyoknits wunderbar tun. Die Anleitung für das kraus rechts gestrickte Tuch gibt es kostenlos auf Ravelry! Für die kleine Variante braucht ihr 2, für die grössere 4 Knäuel von LANG Cashmere Premium, Cardiff Cashmere Classic oder Sandnes Cashmere (Infos zu den verschiedenen Cashmere-Garnen findet ihr in diesem Blogbeitrag). Natürlich kann man das Tuch auch aus einer beliebigen anderen Wolle stricken, es eignet sich in der gestreiften Variante ausserdem perfekt zum Aufstricken von kleinen Resten.